Musik- und Kulturjahr 2002
Das Laientheater des Vereins

Besonders der musisch-künstlerische Bereich findet im Weilroder Ortsteil Hasselbach starken Zuspruch. So ist es auch sicherlich kein Zufall, daß in Hasselbach der alte Brauch des Laientheaters bis heute Tradition hat. Bereits Anfang der 30er Jahre wurde in Hasselbach Theater gespielt, allerdings nur einige Jahre: Während des Krieges war das Laienspiel nicht mehr möglich. Doch sehr schnell konnte man nach dem Krieg wieder neue Begeisterung für das Theater gewinnen: 1947 begann eine annähernd 20 Jahre andauernde Zeit des Singspiels und des Theaters. Mindestens einmal jährlich, in der Regel in der Weihnachts- oder Osterzeit haben die Laienschauspieler ihr Publikum begeistert. Über viele Wochen traf man sich im unbeheizten Saalbau des Vereinslokales, um (meist frierend) unter Leitung von Katharina Rau und Valentin Heuser die Stücke einzustudieren. Bekannte Werke wie der "Freischütz" oder "Carmen", die als Singspiel aufgeführt wurden, waren ebenso im Repertoire wie "Räuber auf Maria-Kulm" oder "Hasso, der Rebell". Insbesondere die stetig wachsende Vielfalt des Gebotenen machte die Theateraufführungen immer erfolgreicher.

Willi MessingerMitte der 60er Jahre wurde die Bühne des Saalbaus "Zur Krone" umgebaut, Geld für neue Kulissen war jedoch nicht mehr vorhanden. Das Laienspiel pausierte. Doch bereits 1966 begann die Eintracht mit neuer Nachwuchsarbeit: Seit dieser Zeit werden mit den Kindern der "Vereinsfamilie" kleine Theaterstücke oder Sketche einstudiert und auf der jährlichen Weihnachtsfeier aufgeführt. So wuchs eine neue Generation von Laienschauspielern heran. Es dauerte schließlich bis 1988, bis man den erneuten Schritt zur Theateraufführung wagte. Zwei "alte Hasen", die selbst in den 50/60er Jahren "auf den Brettern" standen, nahmen sich der jungen Spieler an: Willi Messinger und Reinhold Heuser konnten den erforderlichen Spaß am Laienspiel vermitteln und hatten auch das richtige Händchen bei der Auswahl des ersten Stückes "Die Brautwiese".

Reinhold HeuserMan konnte sich über einen vollen Erfolg bei zwei ausverkauften Theaterabenden freuen. Der Entschluß zum Weitermachen war gefaßt; weitere Stücke wie z.B. "Der geliebte Grobian" oder das Singspiel "Die schöne Müllerin" folgten, 1998 kam "Der sündige Lindnerhof" zur Aufführung. Bedingt durch den Zuspruch des Publikums hat sich die Eintracht Hasselbach dann auch 1999 wieder entschlossen, zwei Theaterabende anzubieten. Das Lustspiel in drei Akten "Der ledige Bauplatz" konnte auch wieder vor ausverkauftem Saal aufgeführt werden.

2001 hatte sich die Theatergruppe erstmals statt an einen Schwank oder ein volkstümliches Stück an eine Posse herangewagt. Mit "Einer spinnt immer" kam ein Stück in drei Akten zur Aufführung. In Anlehnung an die, Ende des 19. Jahrhunderts entstandene, Posse "Pension Schöller" von C. Laufs und W. Jacoby entstand das humorvolle Stück von Wilfried Reinehr. Der Erfolg war enorm: Beide Vorstellungen waren ausverkauft, insgesamt sahen über 400 Menschen das Theaterstück.

Selbstverständlich enttäuschte die Eintracht auch im Jubiläumsjahr 2002 ihre Gäste nicht und rief im März des Jahres erneut: "Vorhang auf und Bühne frei".

Zur Aufführung kam der Schwank in drei Akten "Spanien olé". Nähere Infos finden Sie hier.

 
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